Managed Cloud Foundation für die ETH Zürich

Die ETH Zürich zählt zu den renommiertesten technischen Universitäten Europas und verfolgt einen konsequent innovationsgetriebenen Ansatz in Forschung, Lehre und Infrastruktur. Die Hochschule musste den stetig wachsenden Anforderungen aus datenintensiven Forschungsprojekten, interdisziplinären Kooperationen und digitalen Initiativen gerecht werden. Deshalb wurde Amazon Web Services (AWS) als strategische Cloud-Plattform in das bestehende Technologieportfolio aufgenommen – mit einem klaren Fokus auf Sicherheit, Automatisierung und regelkonforme Nutzung.
Während AWS bereits punktuell in einzelnen Fachbereichen eingesetzt wurde, fehlte es bisher an einer zentral verwalteten Infrastruktur, einheitlichen Sicherheitsstandards und klar geregelter Kostenverantwortung. Diese fragmentierte Nutzung führte zu erhöhtem Koordinationsaufwand, potenziellen Sicherheitsrisiken und mangelnder Governance. Die zentrale IT stand vor der Aufgabe, eine zuverlässige Cloud-Architektur zu etablieren. Diese sollte sowohl bestehende als auch zukünftige Workloads sicher, effizient und regelkonform abbilden – ohne eine spürbare personelle Mehrbelastung.
In enger Zusammenarbeit mit der zentralen IT entwickelte und implementierte Netcloud eine skalierbare und sicherheitsorientierte Cloud Foundation nach den Prinzipen der AWS Security Reference Architecture. Diese wird von Netcloud im Rahmen eines Managed Services nicht nur betrieben, sondern auch kontinuierlich weiterentwickelt, mit besonderem Fokus auf Governance, Least Privilege, Compliance und Automatisierung.
Die von Netcloud bereitgestellte und verwaltete Cloud Foundation basiert auf AWS Control Tower und orientiert sich an der organisatorischen Struktur der Hochschule. Damit werden sowohl zentral geführte als auch dezentrale Anwendungsfälle effizient abgebildet. Durch den Einsatz von AWS Organizations und Service Control Policies (SCPs) werden zentrale Richtlinien konsistent durchgesetzt. Ergänzend sorgen strukturierte Rollenkonzepte sowie ein kontinuierliches Monitoring und Reporting für eine konsequente Umsetzung des Least-Privilege-Prinzips über alle Nutzer- und Projektrollen hinweg.
Aufbauend auf dieser sicherheitstechnischen Basis sorgt AWS Config mit eigens definierten Regeln für die automatisierte Überwachung von Konfigurationen und das frühzeitige Erkennen von Abweichungen. AWS Security Hub überwacht zentral die Sicherheitslage nach dem CIS AWS Foundations Benchmark. Parallel dazu gewährleistet organisationsweites Logging über AWS CloudTrail eine transparente Aufzeichnung aller Aktivitäten und rundet damit das Sicherheitskonzept ab.
Sämtliche Bausteine werden konsequent nach dem Prinzip «Infrastructure as Code» mit Terraform und AWS CloudFormation automatisiert und über GitLab CI/CD bereitgestellt. Dadurch entsteht ein selbstverstärkender Kreislauf: Die Automatisierung stellt nicht nur konsistente Qualität sicher, sondern ermöglicht auch die effiziente Orchestrierung des laufenden Betriebs – was wiederum die Governance-Prozesse unterstützt und die Sicherheitsüberwachung optimiert.
Die Cloud Foundation verfolgt einen ganzheitlichen Security-by-Design-Ansatz, bei dem mehrere Sicherheitsebenen integriert zusammenwirken. Sicherheitskontrollen sind in jeder Ebene verankert – von der automatisierten Account-Bereitstellung mit integrierten Sicherheitsrichtlinien bis hin zur Identitäts- und Zugriffsverwaltung mittels AWS IAM Identity Center in Kombination mit dem bestehenden Identity Provider der Hochschule. Massgeschneiderte Compliance-Prüfungen, systematische Logging-Mechanismen und kontinuierliche Verbesserungsschleifen sorgen dafür, dass Fehlkonfigurationen frühzeitig erkannt werden und Governance-Anforderungen jederzeit erfüllt werden. Dieses mehrschichtige Sicherheitskonzept bildet die Grundlage für eine nachvollziehbare, skalierbare und fortlaufend überprüfbare Nutzung von AWS innerhalb einer komplexen Hochschulumgebung.