Experten-Interview: VMC on AWS – Bridge to Native

Nov 12, 2019 | Cloud

Netcloud Senior Cloud Consultant Beat Schaufelberger hilft seinen Kunden, ihren individuell richtigen Weg in die Cloud einzuschlagen. Er berät, führt Workshops und Assessments durch und entwickelt Cloud-Strategien.

Beat, du sprichst über die „Bridge to Native“, was meinst du damit?

Ich beziehe mich hier auf den aus meiner Sicht gewinnbringendsten Anwendungsfall für die von VMware und AWS gemeinsam entwickelte Lösung. Mit VMConAWS kann ich nämlich die bestehende On-Premise-Infrastruktur von VMware sehr einfach und mit minimalem Aufwand in die AWS-Cloud erweitern oder migrieren und dabei bewährte Prozesse, Werkzeuge und erarbeitetes Knowhow weiterhin nutzen. Gleichzeitig bin ich damit in den Rechenzentren von AWS und habe darum einfachen Zugang und Nähe zu der riesigen Welt der nativen AWS-Services, worin aus meiner Sicht die grössten Vorteile einer Cloud-Nutzung liegen.
Andere spannende Anwendungsfälle von VMConAWS sind aber auch die Nutzung von AWS als Backup-Rechenzentrum oder für einfache Datacenter-Erweiterungen oder temporäre Migrationen. Alle Szenarios haben gemeinsam, dass ich damit die Investition schützen kann, die ich mit dem Aufbau der eigenen VMware-Infrastruktur getätigt habe.

Kritiker bezeichnen vermutlich die On-Premises-Infrastruktur eher als „Altlast“. Wäre es nicht einfacher, eine neue Infrastruktur komplett in der Cloud aufzubauen?

Tatsächlich würde ich bei weitem nicht jedem Kunden empfehlen, bestehende Workloads im sogenannten Lift-and-Shift-Ansatz zu migrieren, sondern nur neue. Diese sollten dann, wenn möglich, gleich auf nativen Services basieren. Es gibt aber immer noch viele mögliche Gründe, bestehende Workloads zu migrieren. Zum Beispiel wie oben genannt, um näher bei den nativen Cloud Services zu sein, oder weil man ein Rechenzentrum mit Cloud-Diensten entlasten oder gar ersetzen will. Dann ist diese Lösung meiner Meinung nach eine der effizientesten Möglichkeiten, weil ich nicht alles von Anfang an neu aufbauen und lernen muss.

Wie findet man heraus, wann welches der beiden Vorgehen Sinn macht? Gibt es einen Kriterienkatalog oder Leitfaden dafür?

Dies ist sehr individuell und kann nicht generalisiert werden. In unseren Beratungen klären wir zuerst mit der gemeinsamen Entwicklung einer Cloud-Strategie, welchen Nutzen ein Kunde überhaupt in der Cloud sucht. Die Entlastung oder Aufgabe der eigenen Rechenzentren oder die Digitalisierung und der Zugang zu Innovation und neuen Services sind Beispiele von häufigen Cloud-Treibern. Meist ist es eine Kombination von vielen verschiedenen Treibern, die wir dann gemeinsam mit dem Kunden gewichten. Daraus resultiert oft, dass man jeden Workload einzeln beleuchten will und dann für diesen entweder einen Status-Quo, eine Lift-and-Shift-Migration oder eine Neuentwicklung basierend auf nativen Services empfiehlt. Mit VMConAWS erhält man eine Möglichkeit mit der ich eine Brücke schlagen kann.

Und wer entscheidet, welche dieser Treiber relevant sind?

Es ist enorm wichtig zuerst zu definieren, welchen Nutzen ich aus der Cloud überhaupt ziehen will. Dies sollte auf keinen Fall nur eine Diskussion der IT sein! Viele Cloud-Treiber kommen aus den Geschäftsbereichen, wo man mit Software-Entwicklung und Cloud-Diensten versucht, die Digitalisierung voranzutreiben. VMConAWS gibt der IT einfach eine zusätzliche Option, wie
Bestehendes mit Neuem verbunden werden kann und wie die aktuelle IT-Organisation einfacher auf die Cloud-Reise mitgenommen werden kann.

Wie sehen die einzelnen Schritte eines Projektes aus?

Bei vielen Kunden fangen wir zuerst mit einer grundsätzlichen Auslegeordnung an, wo in kurzen Workshops die Business-Treiber, der Cloud-Reifegrad und konkrete Use-Cases betrachtet werden. Darauf aufbauend unterstützen wir den Kunden bei
der Entwicklung einer Cloud-Strategie, auf welche wiederum die Definition einer Cloud-Architektur folgt. Mit geführten Workload-Assessments nach einer von Netcloud entwickelten Methodik helfen wir dem Kunden, das optimale Betriebsmodell eines Workloads zu finden. Diese Assessments münden dann in ein Migrationsprojekt. Mit VMConAWS kann dieses Migrationsprojekt sehr kurz und effizient sein.
Danach geht es um den Betrieb und die Optimierung auch vor allem um das Kostenmanagement der cloudbasierten Infrastruktur. Hier bietet Netcloud die Möglichkeit, diesen Betrieb für einen Kunden als Managed Service zu übernehmen.
Je nach dem wo der Kunde steht, kann man auch mitten im Prozess einsteigen, oder punktuelle Workshops wie Workload Assessments oder Container/PaaS Workshops durchführen.

Sie wollen ebenfalls die Brücke von der On-Premise-Infrastruktur zur Cloud schlagen oder wünschen Beratung bezüglich Cloud-Themen? Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie Beat Schaufelberger via schaufelberger@netcloud.ch, um ihm Fragen zu stellen oder gleich einen Termin zu vereinbaren.