Experten-Interview: Hyperscaler

Mrz 25, 2019 | Cloud

Er lebt für die Cloud wie kein Zweiter. Marc Zimmermann ist seit sechs Jahren bei der Netcloud; zu Beginn als Senior Cloud Consultant, ehe er im Frühjahr 2017 die Führung des neu geschaffenen Enterprise Cloud Services (ECS) Teams übernahm.

Marc, dein Team kümmert sich mitunter um den Bereich Hyperscaler. Was bietet ihr genau an?

Wir beraten, nehmen den Kunden an der Hand und helfen ihm, eine Cloud-Strategie zu erarbeiten, welche auf exakt seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Also eine herstellerneutrale Strategie, die eben nicht durch das Portfolio der Cloud Provider vorgegeben wird. Weiter greifen wir bei der ganzen Architektur der Cloud-Lösungen (Private wie auch Public) unter die Arme und finden mit unserem standardisierten Vorgehen heraus, welche Applikationen wo und in welcher Form am besten laufen. Natürlich unterstützen wir auch bei der Migration der Applikationen. Und mit unserem Managed Service-Angebot kümmern wir uns danach um den ganzen Betrieb und die laufende Optimierung.

Warum ausgerechnet bist Du mit deinem Team für diesen Job geeignet?

Beider Integration von Public Cloud-Ressourcen stellen sich teilweise dieselben Fragen wie in bis anhin bekannten Datacenter-Projekten. Somit muss man sich nach wie vor mit Compute, Storage, Netzwerk, Backup und Security auseinandersetzen. Durch unsere jahrelange Expertise als Datacenter-Spezialist sind wir somit die genau Richtigen dafür. Aber wir haben eben auch die neuen Skills: Im ECS-Team arbeiten AWS-, Azure-, aber auch Multicloud- und Security-Spezialisten Hand in Hand, um die beste Lösung für den Kunden zu designen. Und wir sind cloud-agnostisch, sprich haben eigene Cloud Services, AWS und auch Azure. Wir können darum für jeden Use Case die beste Lösung in der besten Cloud abbilden. Auch haben wir eine eigene Cloud gebaut, aus der diverse Cloud Services bezogen werden können. Das erarbeitete Knowhow und die Learnings daraus stellen wir unseren Kunden gerne für ihre eigenen Cloud-Projekte zur Verfügung.

Welche Probleme der klassischen IT-Welt können dank Hyperscalern gelöst werden?

Eine ganze Menge! Einerseits erübrigt sich die Skalierung respektive der Forecast. Hier ist es nicht mehr nötig, fünf Jahre  vorauszuplanen, um Investitionen abzuschreiben. Zudem zahlen wir durch den Einsatz von Cloud Native Services nur, was wir effektiv brauchen. Im Falle einer Datenbank heisst dies, wir beziehen ganz einfach einen DB-Service und bezahlen nur für die Datenbank. Wir betreiben dafür keine VM, die wir updaten und überwachen müssen. Und überhaupt müssen wir uns generell nicht mehr um den Basisbetrieb der Infrastruktur kümmern. Weiter profitieren wir auch von Artificial Intelligence und  Machine Learning. Das eröffnet beispielsweise den Applikationsentwicklern ganz neue Möglichkeiten. Hier kommen auch AWS und Azure wieder ins Spiel, die eine wahnsinnig hohe Innovationskraft an den Tag legen.

Welche Herausforderungen kommen auf die „Cloud-Gänger“ zu und vor allem, wie können sie diese meistern?

Wir sehen oft, dass ohne das Wissen der IT in die Cloud gegangen wird. Dabei gehen aber zentrale Aspekte vergessen! Oftmals fehlt dann für Cloud-Applikationen wie zum Beispiel Office 365 einfach das Backup. Oder es wird der Security und dem zentralen User Management zu wenig Beachtung geschenkt. Wichtig ist, dass bei Cloud-Projekten schon von Anfang an gewisse Fragen gestellt werden: Wie wird die Verbindung zur Cloud gemacht? Und wie greifen meine Benutzer auf die Services zu? Wo authentisieren sich die Benutzer? Wie stelle ich das Backup der Daten sicher? Und wie manage ich dann die Clouds zentral? Das sind nur einige Beispiele. Das Wichtigste ist auf jeden Fall, dass man schon von Anfang an alle Stakeholder im Boot hat und zusammen mit der IT eine sichere Lösung designt.

Auch die Netcloud bietet Services aus der hauseignen Cloud an. Was zeichnet diese aus?

Unsere Cloud Services sind ISO-zertifiziert, FINMA-attestiert und werden 24/7 von unseren Operations Centers in Winterthur und Bern überwacht. Wir wollen uns aber nicht mit den Hyperscalern vergleichen, wir wollen ergänzen. Die Hyperscaler bieten viel, aber eben nicht jeden Service. Weil wir verhältnismässig klein und besonders flexibel sind, können wir auf die Kundenwünsche eingehen und sehen uns eher als Outsourcing-Partner. Sehr gerne auch in Kombination mit den Hyperscalern. Es gibt nicht schwarz oder weiss. Es gibt Applikationen und Anforderungen, welche es mit den zur Verfügung stehenden Clouds zu erfüllen gilt.

Wird es das klassische Datacenter, so wie wir es heute kennen, in zehn Jahren überhaupt noch geben?

Es wird sehr wohl noch On-Premise Datacenter geben. Diese werden sich aber deutlich vom aktuellen, klassischen Datacenter unterscheiden. Die On-Premise Datacenter, welche wir schon heute beim Kunden realisieren, ähneln eigentlich mehr einer Public Cloud als einem Datacenter, also automatisiert und über ein Self Service Portal verwaltet. So wie wir das von den Hyperscalern kennen. Somit wird das Datacenter von Morgen einfach eine von vielen genutzten Clouds sein. Und je nach Anforderungen einer Anwendung wird diese dann in der Private Cloud oder in der Public Cloud über das Self Service Portal bestellt und automatisch installiert.

Wenn Sie ein individuelles Gespräch mit Marc Zimmermann wünschen, hilft er gerne weiter und steckt Sie mit seiner Leidenschaft für Clouds an. Kontaktieren Sie ihn direkt via zimmermann@netcloud.ch, um einen Termin zu vereinbaren.